Willkommen

Wirksame Texte schreibe man mit Herz, wird mancherorts verlautbart, und das durchaus zu Recht, erlaube ich mir zu behaupten. Was in publizierenden Kreisen – besonders in einer digitalen, schnelllebigen, ja fast schon ephemeren Gesellschaft wie der unsrigen – jedoch oftmals vernachlässigt wird: das Herzblut! Mit geöffneten Adern (bitte nur metaphorisch) blutet man zuerst sein Möglichstes heraus, um anschließend, wenn alles aufs Papier gebracht respektive in die Tastatur geklopft wurde, dem Irrglauben zu verfallen, man habe seine Schuldigkeit getan. Nein! Texte müssen nach ihrem Entstehen umsorgt werden – wie ein zartes Neugeborenes.

Manche Lektoren brüsten sich mit besonderer Expertise, fragwürdigen Behauptungen oder damit, besonders günstig zu sein. Einem guten, engagierten Lektor haftet jedoch vorrangig ein Merkmal an: die geplatzten Adern in seinen Augäpfeln, die er in seinem Badezimmerspiegel betrachten kann, nachdem er acht, neun, zehn Stunden über Texten gebrütet und um jedes Wort, jede grammatische Spitzfindigkeit, jedes Satzzeichen gerungen hat.

Ein strategisch gesetzter Gedankenstrich kann aufkeimende (Lese-)Kämpfe beenden und wieder Rhythmus in unruhige Zeilen bringen. Apropos Rhythmus: Erinnern Sie sich an die Szene aus »Dirty Dancing«, in der Patrick Swayze seinen cineastisch wohl wichtigsten Satz (»Mein Baby gehört zu mir!«) sprach? Wird Ihr Text zu meinem Baby, dann werde ich zu Mr. Swayze – und falls Sie, anstatt zu tanzen, lieber Hypotaxen wie Heinrich von Kleist schreiben wollen, kann ich Ihnen auch dabei behilflich sein.

Senden Sie mir Ihr Manuskript, ich melde mich bei Ihnen!